biologisches Düngemittel - Wurmhumus

Wurmhumus ist vielleicht auch bereits Ihnen als hochwertiges biologisches Düngemittel für alle Pflanzen bekannt. Oftmals liegt es an einem Schädlingsbefall, zu knappen Nährstoffen, Staunässe oder einem zu festen Boden, wenn Pflanzen im Garten krank werden. Vor allem wenn es um das Problem der knappen Nährstoffe geht, überzeugen die Garten- und Baumärkte durch viel Fantasie und bieten die verschiedensten künstlichen Düngemittel an – oftmals zu stolzen Preisen, die schnell ein großes Loch in das Budget des Klein- oder Hobbygärtners fressen können. Viele Gartenbesitzer vergessen dabei, dass es auch einige natürliche Möglichkeiten gibt, um die Qualität des Bodens mit wenig Aufwand deutlich zu verbessern bzw. mit Nährstoffen zu versorgen. Eines dieser natürlichen Düngemittel ist Wurmhumus. Er gilt als bestes biologisches Düngemittel. Dieser wird von Regenwürmern produziert und zeichnet sich durch einen besonders hohen Nährstoffgehalt aus.

Biologisches Düngemittel – Wurmhumus, was ist das?

Wurmhumus ist im Grunde nichts anderes als die Ausscheidungen von Regenwürmern. Dieser Wurmhumus sorgt daher auch im natürlichen Umfeld von Regenwürmern für eine deutliche Verbesserung des Nährstoffgehaltes im Boden.

Jeden Tag produzieren Regenwürmer etwa so viel Wurmhumus wie sie an Eigengewicht auf die Waage bringen. Ein Kompostwurm wiegt etwa 0,4 Gramm. Bei einer Ansammlung von 1.000 solchen Würmern können Sie schnell ausrechnen, wie viel Wurmhumus täglich von Regenwürmern hergestellt wird.

Wurmhumus ist immer dort zu finden, wo organische Abfälle durch Mikroorganismen und Regenwürmer in ihre atomaren und molekularen Bestandteile zerlegt werden. Dies klingt zunächst einmal kompliziert, ist im Ergebnis aber einfach eine geruchlose und saubere bioorganische Substanz, die über einen sehr hohen Gehalt an Nährstoffen verfügt und deren Konsistenz relativ locker ist – ein ideales biologisches Düngemittel also für die meisten Pflanzen.

Wie wird Wurmhumus hergestellt?

Als Grundlage dient in den meisten Fällen abgelagerter Pferdemist. Dieser ist bereits von Mikroorganismen durchsetzt und wird von diesen Organismen aufgearbeitet. An diesem Prozess sind auch Milben, Springschwänze oder Asseln beteiligt.

Anschließend schlägt die Stunde der Regenwürmer. Diese verzehren ausschließlich organische Reste, die sie mit mineralischen Bestandteilen vermengen. Aufgrund spezieller Kalkdrüsen können sie den pH-Wert bis in den neutralen Bereich hin verschieben. Das Ergebnis der Ausscheidungen der Regenwürmer ist dann Wurmerde – die Grundlage für den Wurmhumus – ein hervorragendes biologisches Düngemittel.

Wo lässt sich Wurmhumus einsetzen?

Bevorzugt lässt sich Wurmhumus in Böden einbringen, die beispielsweise aufgrund von intensiver Monokultur unfruchtbar geworden sind – sogenannte ausgelaugte Böden. Eine Aufwertung durch Wurmhumus lässt sich zudem auf Bodenflächen erreichen, die aufgrund exzessiver Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, Kunstdünger oder Unkrautvertilger nicht mehr in der Lage sind, sich zu regenerieren.

Regenwürmer können zum einen eine Auflockerung und Verbesserung des Bodens bewirken; auf der anderen Seite erhöht sich durch Regenwürmer die Speicherfähigkeit des Bodens für Wasser. Hierbei werden die enthaltenen Nährstoffe sehr langsam freigesetzt, was über einen längeren Zeitraum einen ausgeglichenen Gehalt an Stickstoff, Calcium, Magnesium, Kalium und Phosphor mit sich bringt. Die Böden erfahren in der Folge einen erhöhten Gehalt an humischen und fulvischen Säuren, was der Widerstandskraft der Pflanzen entgegenkommt. Hierdurch ergibt sich auch eine Absenkung des pH-Wertes – ein Umstand, der hilfreich gegen die Bildung von schädigenden Pilzen ist. Biologisches Düngemittel ist in der Lage selbst viele bereits erkrankte Pflanzen zu retten.

Was ist besonders beachtenswert?

Wurmhumus ist sowohl für die Baum- und Blumenzucht als auch für den Anbau von Gemüse und ebenso für Frühobst geeignet. Auch in der Forstwirtschaft wird biologisches Düngemittel gerne verwendet, vor allem in der Pflanzphase.

Möchten Sie Beete anlegen, macht es Sinn, Wurmhumus gleich am Anfang unter die Erde zu mischen. Anschließend sind keine weiteren Zugaben, wie es sonst beim Düngen üblich ist, notwendig. Warum? Die Nährstoffe werden vom Wurmhumus erst nach und nach an den Boden abgegeben. Zusätzlich können Sie die Vitalität des Bodens verbessern, wenn Sie zerkleinertes organisches Material untermischen.

Es ist von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich, welche Mengen an Wurmhumus Sie den verschiedenen Pflanzen untermischen sollten. Folgend finden Sie einige Richtwerte, die sich in der Praxis bewähren konnten.

Starkzehrer

Diese Pflanzen benötigen etwas mehr Wurmhumus. Die Pflanzen in dieser Kategorie brauchen etwa 200 Gramm Wurmhumus:

  • Gurken,
  • Chinakohl,
  • Blumenkohl,
  • Weißkohl,
  • Rotkohl,
  • Rosenkohl,
  • Zucchini,
  • Mais,
  • Kartoffeln,
  • Sellerie,
  • Rhabarber,
  • Brokkoli,

Mittelzehrer

Diesen Pflanzen genügt etwa 100 Gramm Wurmhumus:

  • Rote Bete,
  • Schwarzwurzel,
  • Petersilie,
  • Mangold,
  • Fenchel,
  • Kohlrabi,
  • Radieschen,
  • Salate – Feldsalat ausgenommen.

Schwachzehrer

Diese Pflanzen sind sehr bescheiden und begnügen sich bereits mit 50 Gramm Wurmhumus pro Pflanze:

  • Feldsalat,
  • Bohnen,
  • Möhren,
  • Erbsen,
  • Spinat,
  • Lauch,

Zu beachten ist bei Lauch, Zwiebeln, Möhren, Bohnen und Erbsen, dass sie sehr empfindliche Pflanzen sind. Bei diesen sollten Sie daher darauf achten, nur wirklich reifen Wurmhumus zu verwenden.

Bäume und Beete

Bei Ziergehölzen und Obstbäumen geben Sie, abhängig von der Größe, zwischen 200 und 500 Gramm Wurmhumus ins Pflanzloch.

Bei Beeten und Stauden ist die Fläche entscheidend; ein guter Richtwert sind in diesem Fall 100 Gramm pro Jahr und Quadratmeter.

Biologisches Düngemittel Wurmhumus – welche Inhaltsstoffe stecken drin?

Grundsätzlich besteht Wurmhumus aus unterschiedlichen Inhaltsstoffen, die dem Dünger seine besondere Charakteristik verleihen. Diese folgenden Stoffe stecken in Wurmhumus:

  • ca. 50 Prozent organische Substanzen
  • ca. 40 Prozent Wasser
  • ca. 4 Prozent Huminsäuren
  • ca. 2 Prozent Stickstoff
  • ca. 3 Prozent Phosphor
  • ca. 1 Prozent Kalium
  • ca. 1 Prozent Magnesium
  • ca. 1 Prozent Eisen
  • ca. 750 mg/kg Mangan
  • ca. 300 mg/kg Zink
  • ca. 200 mg/kg Kupfer

Mit einem PH-Wert von 6,5 liegt Wurmhumus leicht im sauren Milieu. Der besondere Wert von Wurmhumus ist aber sein Reichtum an Mikroorganismen und Enzymen. Diese bewirken eine natürliche Entgiftung der Böden und haben zugleich eine schützende Wirkung gegen pathogene Mikroorganismen, also Substanzen, die dem Boden Nährstoffe entziehen und ihm schaden.

Warum also Wurmhumus als biologisches Düngemittel verwenden?

Entscheiden Sie sich für den Kauf von Wurmhumus, dann erhalten Sie Wurmerde, die über einen reichen Nährstoffanteil verfügt. Somit ist eine weitere Zugabe von Mineraldünger unnötig. Zugleich müssen Sie sich bei Wurmhumus als Naturprodukt keine Sorgen über eine mögliche Überdüngung des Bodens machen, denn die Nährstoffanteile wurden gewissermaßen durch tausende Jahre Evolution vom Regenwurm optimiert.

Die Nährstoffe sind bereits im Boden gebunden und werden den Pflanzen daher umgehend zur Verfügung gestellt. Diese müssen sie also nicht erst vom Boden aufnehmen. Auch den Wurzeln steht ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung, da Wurmerde die Fähigkeit besitzt, Wasser besonders gut im Boden zu binden. Dies erklärt sich durch seine feinkörnige Struktur. Der Wurmhumus wirkt im Zusammenspiel mit den Nährstoffen daher stärkend und wachstumsfördernd für die Pflanzen.

Ein weiterer Pluspunkt: Durch diesen natürlichen Schutz wird sogar die Anfälligkeit gegenüber Blattläusen deutlich reduziert. Weiterhin stehen die Pflanzen länger in der Blüte und sind üppiger und gesünder.

Die Eigenschaften von Wurmhumus in der Übersicht:

  • Geruch: erdig bzw. geruchsneutral
  • Feuchtigkeitsverhalten: sehr gute Fähigkeit, Wasser zu speichern
  • Inhaltsstoffe: reich an Phosphor, Stickstoff, Calcium und Kalium
  • Gefahr der Überdüngung: ausgeschlossen, da natürliches Produkt

Fazit:

Wenn Sie Wurmhumus als biologisches Düngemittel verwenden, dann entscheiden Sie sich bewusst für ein natürliches Produkt, das in seiner Handhabung besonders einfach und komfortabel ist. Sorge vor einer Überdüngung müssen Sie nicht haben und auf die zusätzliche Gabe von Mineraldünger können Sie beim Einsatz von Wurmhumus verzichten. Das einzige, das Sie beim Düngen mit Wurmhumus beachten müssen, ist, dass die einzelnen Pflanzen für ein optimales Wachstum und eine starke Gesundheit unterschiedliche Mengen an Wurmhumus benötigen.